Weihnachtspost (20. Dezember 2025)
Gerade habe ich in der Post eine Clownsnummer gesehen: Ich stehe in der Warteschlange, um ein ein paar Weihnachtskarten zu verschicken. Weiter vorne ein Mann, der gerade drankommt. Er bringt ein für ihn sehr wichtiges Paket zur Post. Dass es wichtig ist, erkenne ich daran, wie vorsichtig und behutsam er es abstellt. Nur ist es noch nicht fertig verpackt, weshalb ihn der Postbeamte am Schalter bittet, es woanders weiter zu verpacken. Er stellt sich auf die Seite, und dabei schaue ich ihm zu. Er will es mit einer Zeitung ausstopfen, die er dabei hat und die unter seinem Arm klemmt. Gleichzeitig will er die Zeitung aber auch noch lesen. Seine Gedanken sprechen. Ich höre ihnen zu. Er geht die Zeitung durch: „Traueranzeigen. Nee, viel zu traurig. Die will ich nicht lesen!“ Er blättert weiter und zuckt förmlich zusammen: „Diese kriegerische Politik! Nee, die macht mich nur wütend. Das will ich auch nicht lesen!“ Und während er die Zeitung durchblättert und vor sich hinmurmelt und mal leise, mal lauter kommentiert, was er lesen will und was nicht, wird das, was er behalten will, immer dünner und dünner. Am Ende sagt er: „Die Seite mit dem Wetter behalte ich.“Ich muss plötzlich so lachen, dass sich der Mann zu mir umdreht, und ich schenke ihm eine Weihnachtspostkarte. Er freut sich: „Da gehe ich zur Post, will ein Geschenk verschicken und kriege selber was geschenkt!“ Und da freue ich mich auch. Und drum kann ich nur nur erneut sagen: Investiert in Frieden, Freude und Humor, da hat die Menschheit wesentlich mehr davon. Nicht nur an Weihnachten!



